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"Mal seinen musikalischen Horizont erweitern"
3000 Rockfans bei Spektakel in Frauenhain / Veranstalter zufrieden
 
MUCKEFUCK-FESTIVAL Von Michael Peter: "Eine wirklich hübsche Anlage mit einem geilem Ambiente", das Open-Air-Gelände auf der Insel in Frauenhain hatte es dem Sänger von "Porous" aus Neubrandenburg sofort angetan. Passend dazu spielte sogar das Wetter mit. Am Freitag Abend zeigten sich zwar noch einige Wolken. Doch die hatten sich am Sonnabend gänzlich verzogen.
Mit strahlendem Sonnenschein rechneten wohl auch die Muckefuck-Veranstalter nach den Wetterkapriolen der vergangenen Tage und Wochen nicht. Der Rahmen stimmte also, um die dritte Ausgabe des September-Open-Air in Frauenhain zu einem vollem Erfolg werden zu lassen. Immerhin: Zwischen 2500 und 3000 Rockfans ließen sich das Spektakel nicht entgehen. "Alle die nicht gekommen sind, haben etwas verpasst", so der Veranstalter gestern und noch zurückhaltend mit Wertungen zum Open -Air.
"Letztes Jahr hat es uns hier sehr gefallen, deshalb sind wir wieder hier", erzählt Birgit, die mit ihren Freunden extra aus Bad Düben angereist ist.
Ihr Nebenmann, ein Mitvierziger mit Bart, Lederklamotten und Basecape, ergänzt:"Weil es das einzige Festival in Sachsen ist, das uns interessiert." Eigentlich seien sie alle zusammen eher reine Hardrock- und Bluesfans, erzählt er weiter. "Aber hier kann man seinen musikalischen Horizont erweitern."
In der Tat. Neben altgedienten Rock-Größen wie "M.O.N.O.K.E.L." oder "Tino Standhaft" zeigten Newcommerbands wie "SUB7EVEN" oder "Starbuzz", dass die musikalische Entwicklung nicht stehen geblieben ist. Der 16-jährige Andre aus Gröditz war dann auch eher wegen dieser Bands gekommen und wurde nicht enttäuscht. Zum Glück verpasste er den Auftritt der "Blind Passengers" wie manch anderer nicht. Die fünf Herren aus Berlin spielten nämlich am Freitag zeitiger als geplant, da der gegen 20 Uhr angesetzte Auftritt der "Emil Bulls" nach hinten verlegt werden musste. Die Münchner waren nämlich auf der Anreise zwischenzeitlich im Stau stecken geblieden. Die "Passengers" fanden dies natürlich schade, zeigten dann aber, dass man sie zu Recht als eine der führenden New-Metal-Bands Deutschlands bezeichnen kann. Bei den "Bulls" reichlich eine Stunde später durfte schön "gejumpt" werden. Gegen Mitternacht folgte der freitägliche Höhepunkt für die gesetzteren Konzertbesucher. Und der war für viele ein Muss, schließlich bekommt man die Altrocker von "T-Rex" nicht alle Tage zu sehen.
Recht locker ging es dann am Sonnabendnachmittag zu. Auch außerhalb des Festivalgeländes. Bei der ersten "Rock- und Cult-Parade" bewegte sich ein genial altertümlicher Fuhrpark aus Landmaschinen, Dumpern und antiken Zweirädern durch Frauenhain. Auf zwei LKW spielten die "MUGGEFUCKERS" sowie die "Röderstompers" auf. Schade allerdings, vor allem für die ersten Bands am Sonnabendnachmittag, dass sich das Festivalgelände erst spät füllte. Richtig für Stimmung sorgten dann zu allererst viele junge, vor allem weibliche Fans. Schließlich hatten sich ihre neuen Idole "SPN-X" ("Nur geträumt" und "SUB7EVEN" (Weathermann) angesagt.
Selbst ein Alt-68-Stammbesucher aus Merzdorf, wie erbetont, fand die beiden mittlerweile sehr erfolgreichen Newcommerbands bemerkenswert. Trotzdem wartete er natürlich in erster Linie auf die Routiniers von "M.O.N.O.K.E.L" und "Platvorm", die im Kontext mit den "Jailbreakern" das Open-Air endgültig zum Erfolg werden ließen. Und wem es gegen Mitternacht trotzdem zu kalt wurde ("Manch einer sprach von einem Kühlschrank"), für den blieb immerhin noch der Weg an großen Lagerfeuer. Dort heizte meist "Gustav" kräftig ein.

Quelle: Sächsiche Zeitung 24. September 2001